Epson Stylus S22 Test

Der Epson Stylus S22 ist sicher nicht mehr der aktuellste Drucker, vereinzelnd könnte er noch verfügbar sein. Da bei TONERDUMPING wieder verstärkt Seitenreichweitentests durchgeführt werden, nutze ich einmal die Gelegenheit, den Epson Stylus S22 etwas genauer vorzustellen.

Das erste was auffällt, ist das kompakte Gehäuse. Wenn der Drucker einen Akku hätte, würde er fast als mobiler Drucker durch gehen. Der Drucker besteht vermutlich zu mehr als 80 Prozent aus Plastik – das Gewicht ist zumindest äußerst gering. Die vier Starterpatronen werden nicht explizit als Starterpatronen gekennzeichnet. Es handelt sich daher um vollwertige T128X-Patronen. Da beim ersten Einsatz immer etwas mehr Tinte verbraucht wird, wird sich noch herausstellen, ob der erste Satz die Seitenangaben der Folge-Originalpatronen durchhält.

Mit meinem MacBook ist der Drucker übrigens im Nu installiert. Per USB angschlossen fragt mich OS 10.9, ob ich den Epson Stylus S22 installieren möchte. Ich bin einverstanden. Eine Minute später ist der Drucker startklar. Die Tintenpatronen lassen sich einfach einsetzen und werden auch beim ersten Versuch erkannt. Nach einem automatischen Reinigungslauf starten wir den ersten Druckversuch.

Beim ISO-Seitentest ist eine Grundregel: Ändere keine Einstellungen, drucke einfach drauf los. Zwei Dinge fallen auf: Der Druck ist sehr, sehr langsam. Aber positiv fällt auf, dass das Schwarz sehr satt und die Farben stark leuchten. Unter freiem Auge sind keine Ausfransungen zu erkennen, die Tinte ist sehr schnell trocken. Für einen 30-Euro-Drucker ist das wirklich erstaunlich gut, was man hier zu Gesicht bekommt.

Was gibt es sonst über den Drucker zu sagen? Er hat keine Multifunktion, keine Netzwerkanbindung, kein Kartenlesegerät und kein Display. Man findet nur zwei Knöpfe: Einen Einschaltknopf und einen Druckstop/Druckfortsetzen-Knopf.

Den Reichweitentest habe ich erst einmal mit den Starterpatronen begonnen. Epson gibt an, dass man mit den T1281, T1283, T1283 und T1284 nur 175 Seiten drucken kann. Tatsächlich war bereits nach 127 Seiten Schluss. Kein Wunder! In so einer Originalpatrone befinden sich nur 3,5 ml. Da ein Reinigungsvorgang gerne mal 0,5 bis 1 ml pro Farbe verbrauchen kann, wundert es nicht, dass die Original-Seitenreichweite nicht erreicht werden konnte. Dazu kommt, dass der Chip an der Patrone abschätzt, ob die Patrone leer ist, oder nicht.

Viel interessanter ist die Seitenreichweite der TONERDUMPING-Patronen. Wie ist überhaupt die Druckqualität der Alternativpatronen? Nachdem der S22 schon den ganzen Tag gedruckt hat – und das ist wirklich mehr, als er eigentlich sollte – war das Druckergebnis ernüchternd. Bei den ersten 100 Seiten machte vor allem die Magenta-Patrone Probleme. Es sah so aus, als würde der Druckkopf nicht exakt ansteuern. Das Druckbild war bei Rottönen besonders fransig zudem sah es so aus, als würden immer mehr Düsen eintrocknen (siehe Bild).

200 Seiten an einem Abend sind für den S22 einfach zu viel

200 Seiten an einem Abend sind für den S22 einfach zu viel

Testabbruch, oder nicht?

Ich habe mich entschieden den Drucker über Nacht stehen zu lassen – und siehe da – danach war das Druckergebnis perfekt. Hundertprozent originalgetreu, wenn man ganz genau hinsieht, sind die Rottöne beim Original ein ganz kleine Nuance kräftiger (siehe Bild).

Der Epson S22 hat ausgeschlafen und der Druck ist wieder perfekt.

Der Epson S22 hat ausgeschlafen und der Druck ist wieder perfekt.

Etwas merkwürdig ist die Art und Weise, wie der Epson Stylus S22 seinem Besitzer mitteilt, dass die Patrone leer ist. Vielleicht ist das nur eine Schwäche des MacOS-Treibers, aber eine Meldung über eine leere Patrone gab es nicht. Stattdessen blinkt eine gelbe und eine orangene Warnleuchte am Drucker. Ein kleines Textdisplay wäre da hilfreicher. Wenn man dann die Tintenpatronenklappe öffnet, fährt der Schlitten in die Mitte und zeigt dann mit Hilfe eines Pfeils an, mit welcher Patrone er nicht zufrieden ist. Für einen Drucker, der im 21. Jahrhundert auf dem Markt gekommen ist, ist das mehr als rückständig. Schade.

Hier das Ergebnis des ISO-Seitentests der TONERDUMPING-Patronen für den Epson Stylus S22:

  • schwarz = 144 Seiten
  • cyan = 250 Seiten
  • magenta = 129 Seiten
  • gelb = 227 Seiten

Fazit und Testwertung:

Der erste Eindruck war ein guter. Die Druckqualität ist am Anfang wirklich erstklassig. Die pigmentierte Tinte von Epson funktioniert zuverlässig und sorgt für leuchtende Farben und ein gutes Druckergebnis auch auf Normalpapier.

Eine kleine Enttäuschung war die Druckgeschwindigkeit. Beim Mac-Treiber kann man an der Geschwindigkeit sowieso nichts ändern (vermutlich gibt es mit dem Windows-Treiber so etwas wie einen Entwurfsmodus). Schließlich ist eine Seite pro Minute etwas, was man in den Achtzigerjahren tolerieren konnte. Heute ist das nicht einmal bei einem Billig-Einstiegsdrucker akzeptabel. Solange man aber keine Seitenreichweite nachprüfen möchte – was wirklich sehr, sehr langwierig ist, ist das für den Otto-Normal-Anwender verkraftbar.

Große Enttäuschung brachte der Reichweitentest. Der Patronenhersteller kann so viel Tinte hinein füllen, wie er will. Wenn der Drucker nicht mehr mag, hat der Anwender Pech. Beim ISO-Test passierte das nach sehr unterschiedlichen Zeitpunkten. Ist die Magentapatrone schon nach 129 Seiten leer, hält die Cyanpatrone fast doppelt so lange. Ich vermute, dass Epson bei den Originalpatronen zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen ist und dass dort schlaue Marketingleute entschieden haben bei der Seitenreichweite besser einen Durchschnittswert anzugeben. Man will ja seine Kunden nicht mit merkwürdigen Fakten verwirren.

Für wen ist dieser Drucker geeignet? Schwer zu sagen. Ein Tintenstrahldrucker, der auf pigmentierter Tinte basiert, sollte auf keinen Fall mehrere Monate unbenutzt herum stehen – sonst ist der Druckkopf eingetrocknet und nicht mehr zu gebrauchen. Wer damit regelmäßig drucken möchte, dem werden die Mini-Reichweiten sicher abschrecken. Vielleicht gibt es ja den Anwender, der zwei bis drei Seiten pro Woche druckt und damit klar kommt, wenn er dann nach zwei Monaten bereits Nachschub braucht. Schließlich bedeutet jedes Anschalten des Druckers eine kostspielige Druckkopfdüsenreinigung, bei der viel Tinte verbraucht wird.

Testergebnis Epson Stylus S22:

Druckgeschwindigkeit: 1 von 10
Druckqualität Text: 14 von 20
Druckqualität Foto: 4 von 5
Druckqualität Grafikdruck: 4 von 5
Zubehör, sonstige Fähigkeiten: 1 von 10
(kleines Papierfach, kein Display, keine Multifunktion, Anschluss nur über USB möglich)
Folgekosten: 5 von 30
Preis/Leistung: 10 von 20
Testergebnis: 39 Punkte (Ungenügend)

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