Geljet-Drucker Ricoh Aficio SG2100N im Test

Reichweitentest mit dem Ricoh Aficio SG2100N

Reichweitentest mit dem Ricoh Aficio SG2100N

Ricoh greif mit Gel-Druckern die Vorherrschaft von Brother, Canon, Epson und HP im Tintensegment an. Doch sind Gel-Drucker Tintendrucker?

Wir haben uns gedacht: Es ist wieder einmal Zeit für einen Test. Angeschaut haben wir uns das derzeitige Einstiegsgerät, den Ricoh Aficio SG2100N. Vom Preis her siedelt sich der Drucker als Tintenstrahldrucker an. Eines gleich vorweg: Der SG2100N ist ein reiner Drucker. Wer kopieren, scannen oder faxen will, muss mehr als 60 Euro ausgeben. Preise und technische Daten des Ricoh Aficio SG2100N finden Sie beispielsweise im Onlineshop von TONERDUMPING, der mittlerweile offizieller Ricoh-Partner ist.

Großer Drucker, großes Papierfach

Von außen sieht dieser Farbdrucker eher wie ein Laserdrucker an. Er ist also nicht gerade kompakt, aber das muss nicht immer ein Nachteil sein. Im Gegenteil: ein 250-Blatt-Papierfach hat fast keines der aktuellen Einstiegsfarbdrucker, die andere Hersteller anbieten. Richtig angenehm ist, dass man auch tatsächlich 250 Blatt 80g-Standard-Papier einlegen kann. Das Papierfach macht insgesamt einen anständigen und robusten Eindruck und hat unseren Intensivtest ohne Zicken überstanden.

Das Papierausgabefach hat leider keinen Sensor, der den Druck stoppt, wenn das Ausgabefach voll ist. Die Papierausgabe kann aber mindestens 100 Blätter auffangen. Da unsere Tinten-Reichweitentests immer mit 100-Seiten-Druckjobs gemacht werden, war das beim Test kein Problem.

Gel, Laser oder Tinte? Was ist besser?

Was ist bei Gel besser, als bei Laser- oder Tintentechnik? Ein Gel-Drucker hört sich vom Druckgeräusch schon einmal genauso an wie ein Tintenstrahldrucker. Viel mehr Gemeinsamkeiten hat ein Gel-Drucker nicht mit einem Tintendrucker. Die großen Nachteile der Tintendrucker (kleine Patronen, eintrocknende Druckköpfe oder nicht schnell genug trocknende Tinte auf dem Papier), gibt es bei Gel-Druckern nicht – das versichert zumindest der Hersteller. Die Seitenreichweiten der Gel-Patronen von Ricoh sind bei einigen Druckern höher als bei vergleichbaren Farblaserdruckern. Fotos sind von der Druckqualität her etwas besser als bei Farblaserdruckern.

Hervorragende Druckqualität von Fotos auf Normalpapier

Hervorragende Druckqualität von Fotos auf Normalpapier

Bei unserem Testfoto waren wir verblüfft, wie gut die Details und Farben auf Normalpapier wirken. Kein uns bekannter Farblaserdrucker oder Tintenstrahldrucker kann bei Normalpapier mit dem Geljet von Ricoh mithalten. Wichtig ist, dass man die Druckeinstellung auf “Hohe Qualität” stellt.

Abstriche gibt es beim Fotopapier. Stellt man “Fotopapier” ein, dann ist keine “Hohe Qualität” mehr einstellbar. Die Farben wirken daher bei glänzenden Fotopapier etwas matt. Hier sollte man mit dem Bildbearbeitungsprogramm am Sättigungsregler steuern, um das auszugleichen.

Beim matten Fotopapier von MediaRange haben wir die Papiereinstellung “Postkarte” gewählt. Hier war dann wieder die Druckqualität “Hohe Qualität” möglich. Die Druckqualität des Fotos ist ähnlich wie bei dem Normalpapier, das Bild wirkt aber alleine wegen des Papiers etwas besser.

Größenvergleich. Links Patrone für Canon, rechts für HP und in der Mitte die Ricoh-Patrone

Größenvergleich. Links Patrone für Canon, rechts für HP und in der Mitte die Ricoh-Patrone

Starterpatronen verbrauchen einmalig viel Gel, um die Schläuche zu füllen

Update vom 16. Mai: Zuerst dachten wir, die Starterpatronen drucken dreimal mehr, als Ricoh das angibt. Doch das lag einfach nur daran, dass wir zuerst die wiederbefüllten Patronen eingesetzt haben und anschließend die Starterpatronen. Der Ricoh-Geljet-Drucker benötigt Gel für ca. 800 Seiten, alleine um die Schläuche im Gerät mit Gel zu befüllen. Das bedeutet, die Starterpatronen drucken tatsächlich ca. 800 Seiten und die wiederbefüllten Gelpatronen drucken folglich ca. 800 Seiten mehr, als wir mit unserem Test ermittelt haben. Dazu später mehr.

Nach wenigen Druckaufträgen trat das erste Problem auf: Sind auf dem Rechner mehrere Druckertreiber installiert – und so ist das zumindest in unserem Testlabor – hängt sich der Druckertreiber während des Druckens auf. Vor allem, wenn die Drucker beispielsweise eingeschaltet und über WLAN erreichbar sind. Nur ein Ausschalten des Druckers und das Löschen des Druckauftrages, behebt das Problem. Nachdem wir sämtliche anderen Drucker, die mit dem Testrechner verbunden waren ausgeschaltet hatten, waren die Probleme verschwunden. Wir hatten zuerst die wiederbefüllten Patronen im Verdacht und daher mit den Starterpatronen weiter gedruckt.

Und dann gibt es noch den Economy-Modus. Dieser unterscheidet Texte von Fotos. In einem Dokument sind dann Fotos blass und Texte mit bester Qualität. Damit kann man den Seitenpreis nochmal halbieren.

Wiederbefüllte XXL-Patronen: 0,8 Cent s/w-Seitenpreis, 3,6 Cent pro Farbseite

Im Moment läuft der Reichweitentest der wiederbefüllten Patronen. Laut dem Hersteller sollen diese Patronen 3.500 Seiten schaffen. Wir sind gespannt. Vom Gewicht her könnte das hinkommen. Die Astar-Patronen sind deutlich schwerer als die Ricoh-Starterpatronen. Allerdings ist nach 700 Seiten der Füllstand der schwarzen Patrone auf “Low ink”. Das hält den Drucker aber nicht davon ab, munter weiter zu drucken.

Das Ergebnis unseres Reichweitentests nach ISO 24712:

schwarz: 3.131 Seiten (58,8 g nutzbarer Inhalt)
cyan: 3.131 Seiten (41,7 g nutzbarer Inhalt)
magenta: 2.946 Seiten (43,4 g nutzbarer Inhalt)
gelb: 2.777 Seiten (42,2 g nutzbarer Inhalt)

Update 16.5.2014: Zu diesen Seitenangaben kann man ca. jeweils 800 Seiten addieren, da wir im Test zuerst die Wiederbefüllten Patronen verwendet hatten, obwohl man normalerweise dafür die Starterpatronen verwendet. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Starterpatronen sogar besser befüllt sein müssen, als die Folgepatronen, die Ricoh mit einer Reichweite von 600 Seiten angibt. Die schwarzen wiederbefüllten Patronen drucken daher vermutlich knapp 4.000, die Farbpatronen zwischen 3.500 und 3.900 Seiten.

Ich vermute, dass es neben der Füllstandsberechnung über den Druckerpatronenchip die Meldung “low ink” erzeugt wird und dass es noch eine tatsächliche Füllstandskontrolle gibt, die den Druck stoppt sobald kein Tintenfluss mehr gemessen wird. Die Tintenpatronen fühlten sich am Ende wirklich leer an, die nutzbare Tintenmenge lag auch bei den Farbpatronen um die 42 g. Die unterschiedlichen Seitenzahlen ergeben sich durch das ISO-Dokument, dass bei gelb einen etwas höheren Verbrauch hat, als bei den anderen Farben.

Neben wiederbefüllten Patronen sind auch chinesische Nachbauten auf dem Markt. Da diese derzeit nicht lieferbar sind, ist ein Test dieser Patronen nicht möglich.

Robuster als gedacht: 5.000 Seiten in drei Tagen gedruckt

Wir haben binnen weniger Tagen ca. 5.000 Seiten gedruckt und der Einstiegsdrucker hat keinen Schaden genommen. Die Ausdrucke waren immer gleichbleibend gut. Bei gewöhnlichen Tintenstrahldruckern kann es schon mal streifige Ausdrucke geben. Bei unserem Test ist das nie aufgetreten. Wieder ein Hinweis dafür, dass man einen Geldrucker eher mit einem Farblaser vergleichen sollte, als mit einem Tintenstrahldrucker.

Testergebnis Ricoh Aficio SG2100N:

Druckgeschwindigkeit: 7 von 10
Druckqualität Text: 10 von 10
Druckqualität Foto auf Normalpapier: 5 von 5
Druckqualität Foto auf Fotopapier matt: 4 von 5
Druckqualität Foto auf Fotopapier glänzend: 4 von 10
Zubehör, sonstige Fähigkeiten: 6 von 10
(kein Duplex, nicht multifunktional, positiv: netzwerkfähig, großes Papierfach)
Folgekosten: 28 von 30
Preis/Leistung: 20 von 20
Testergebnis: 84 Punkte (Gut)

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