Tintentest: HP Photosmart B010a mit Peach-Patronen

Ich habe mir einen HP Photosmart B010a zusenden lassen und habe dazu je ein 3er-Set Peach-Patronen mit nach Hause genommen, um die Reichweite der Original-Patronen und der Peach-Patronen zu testen. Dabei war mir auch eine ansprechende Druckqualität wichtig. Schließlich ist Peach der Hersteller, der endlich ein Alternativprodukt anbietet, dass trotz fehlender Füllstandsanzeige eine einfache Handhabung verspricht und das zu einem faszinierend günstigen Preis.

3 schwarze Peach-Patronen in einer Schachtel. Nur eine mit Chip.

Also Packung des Druckers geöffnet… erste Überraschung: Der Drucker ist nicht nur transportsicher im üblichen Styrophormantel verpackt – nein, es sind sogar zwei Taschen im Lieferumfang dabei, damit man den Drucker überall mitnehmen kann. Eine Tasche für das Ladegerät, eine für den Drucker. Nun gut – braucht nicht jeder – ist aber trotzdem eine nette Sache.

Neben dem Stromanschlusskabel warnt ein Aufkleber vor dem Anschließen des Druckers an den Computer. Ich verstehe: Erst Software installieren, dann Drucker anschließen. Wer das einmal falsch herum gemacht hat, der macht das künftig nur noch in der Reihenfolge, wie der Druckerhersteller es vorschlägt. Nach 15 langweiligen Minuten ist der Drucker an meinem Windows-7-Laptop installiert. Auf der Druckertreiber CD steht, dass der Druckertreiber auch mit Windows XP, Vista, MacOS X in den Versionen 10.4, 10.5, 10.6, 11.2.0 funktionieren soll.

Das Einsetzen der Patronen ist ein Kinderspiel. Die Starter-Patronen der Serie 364 tropfen nicht und rasten wunderbar mit einem hörbaren Klickgeräusch in den Drucker ein. Es folgt eine einminütige Druckkopf-Reinigungs-Session. Dann Papier eingelegt und der Drucker fängt bereits an eine Seite zu drucken. Diese soll man dann noch einmal über den Scanner einscannen. Der Druckkopf kalibriert sich danach und gibt eine weitere Testseite aus. Fertig und der Test kann beginnen.

Die HP-Original-Patronen müssen jetzt erst einmal leer werden. Dazu habe ich das Dokument ISO_IEC_24712_2006 ausgewählt, dass gerne für Reichweitenangaben genutzt wird. Nach 225 Seiten meldet der Drucker “Tinte fast leer”. Nach weiteren 75 Seiten warnt der Drucker nochmals und dann kommt auch schon die erste Seite mit Streifenbildung. 300 Seiten haben die Patronen gedruckt. Die schwarze Patrone hat noch streifenfrei gedruckt, wird aber von der Druckersoftware ebenfalls schon als leer angezeigt.

Kein Problem – schließlich habe ich ja noch 3er-Packs von Peach mitgebracht. Bei Peach ist das System so, dass ein Original-HP-Chip auf einem kleinen Schlitten montiert ist. Dieser befindet sich erst einmal auf einer der drei Patronen. Leider tropfte die schwarze Patrone etwas. Tipp: Taschentuch immer in Reichweite halten. Nachdem alle 4 Patronen eingesetzt waren, meldet der Drucker “Patrone fehlt oder ist beschädigt”. Die Druckersoftware zeigt an, dass die cyan-Patrone entweder nicht im Drucker ist, oder defekt sei. Klare Sache, der Originalchip der Peachpatrone ist kaputt. Leider ist im 3erPack immer nur eine Patrone mit Chip dabei. Daher muss morgen erst einmal Ersatz heran geschafft werden. Trotzdem interessiert mich heute schon die Qualität der Textdrucke. Also nochmal die leere, originale HP-Starter-Patone eingesetzt. Danach meldet der Drucker “gebrauchte HP Druckpatrone installiert”. Ein Knopfdruck auf “OK” auf dem Touchscreen des Druckers überredet den Drucker zum weiter drucken.

Rein optisch haben die Peach-Patronen einen Riesenvorteil: Das Gehäuse ist transparent und der Tintentank ist sichtbar bis oben gefüllt. Die schwarze Patrone orientiert sich auch von seiner Größe an der 800-Seiten-Version von HP, die mittlerweile durch eine schmalere 500-Seiten-Varriante ersetzt wurde. Also bei der Reichweite müsste Peach die Nase vorn haben. Aber das wird sich erst morgen zeigen.

Textqualität Peach versus HP:

Beide Testausdrucke zeigen ein sattes, tiefdunkles schwarz. Die Linien des HP-Ausdrucks sind allerdings ein kleines Bisschen schärfer oder feiner gezeichnet. Die Schrift des Peach-Ausdrucks ist kräftiger, scheint also etwas mehr Tinte zu verbrauchen. Unter der Lupe sieht man beim Peachergebnis leichte Verfransungen und Unschärfen. Im Vergleich mit einem hochwertigen Laserdrucker-Ausdruck erreicht die HP-Original-Patrone 80 Prozent und Peach schafft 70 Prozent. Das ist natürlich ein rein subjektiver Eindruck.

Der Wassertropfentest zeigt bei Peach sehr starke Verschmierungen an. Der Ausdruck ist auch nach einer Stunde alles andere als wasserfest. Ein ähnliches Ergebnis zeigt auch der Textmarkertest. Mit einem Faber-Castell “Textliner 48″ ist das Ergebnis eigentlich ok. Mit dem Pelikan Textmarker 490 wird der Text fast zur Unkenntlichkeit verwischt. Der Pelikan-Textmarker ist nach wenigen Zeilen auch nicht mehr brauchbar. Die HP Tinte ist auch nicht wasserfest, hält einem Wassertropfen noch soweit stand, dass der Text danach noch lesbar ist. Eine Verwischung führt also nur zu einem grauen Schatten hinter dem Text. Bei Peach war der Text an manchen Stellen so verfremdet, dass er unlesbar wurde. Das Anmarkern des HP-Tinten-Ausdrucks war mit dem Faber-Castell einwandfrei. Beim Pelikan-Textmarker ist kaum eine Verwischung festzustellen – zumindest mit freiem Auge. Bei der Wischfestigkeit hat also HP klar die Nase vorn.

Wie sich Peach beim Fotodruck schlägt, könnt ihr morgen nach lesen – und zwar dann, wenn endlich eine funktionierende Peach-Patrone der Farbe cyan im Drucker ist. Zudem werde ich an Hand von einigen Peach-Patronen nachprüfen, wie häufig diese Chips erkannt werden. Vielleicht war dieser eine defekte Chip auch nur ein Ausreißer.

Fazit für Tag 1 des Tests:

Die Verarbeitung der Peach-Patronen ist etwas schlechter, als die von HP (manche Patronen tropfen stark vor dem Einsetzen). Nicht jeder Chip wird erkannt (bisher einer von vieren). Beim Textdruck hat HP klar die Nase vorn sowohl was das Schriftbild und die Wischfestigkeit der Ausdrucke betrifft. Beim Preis und bei der Füllmenge ist Peach der klare Sieger. Für den Hausgebrauch ist der Textdruck der Peach-Patronen auf jedenfall brauchbar. Für den professionellen Büroalltag sind die Ausdrucke untauglich – hier sollte jeder selbst abwägen, worauf man Wert legen möchte…

Und noch ein Ratschlag: Kaufen Sie die Peachpatronen nicht an einem Freitag, wenn Sie dringend etwas am Wochenende ausdrucken müssen. Kalkulieren Sie lieber ein bis zwei Tage ein. Sollte ein Chip nicht erkannt werden, haben Sie dann noch genug Zeit um diesen umzutauschen. Gegebenen Falls auch druch HP-Patronen, denn diese sind auch im Mischbetrieb mit Peach sehr gut geeignet. Alternativ kaufen Sie einen Satz HP-Patronen und einen Satz Peach-3er-Packs, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Zweite Überraschung: Die Peach-Patrone aus dem nächsten 3er-Pack wird ebenfalls als fehlerhaft vom Drucker bemängelt. Die cyan-Patrone aus einem weiteren 3er-Pack wurde dann aber akzeptiert. Der Farbdruck mit Peach-Patronen ist sehr gut. Die Farben sind sehr leuchtstark und kräftig. Nur wenn die schwarze Tinte mit im Spiel ist, gibt es Ausfransungen. Ist eine schwarze Linie in farblicher umgebung, verläuft die schwarze Tinte sehr stark. Seine Stärken spielt Peach dann erst beim Fotodruck aus. Die scheinbar auf wasserbasierende Tinte eignet sich perfekt für den Fotodruck. Hier macht der Photosmart B010a eine gute Figur. Man darf sich nur zwischendurch nicht verunsichern lassen, wenn HP merkwürdige “Fehlermeldungen” zwischen durch macht: Nach 2 A4-Fotoseiten kam die Fehlermeldung, dass die Tintenpatrone gelb möglicherweise gebraucht oder gefälscht ist. Wenn man am Drucker beim Touchmenü auf “ok” drückt, verschwindet die Meldung wieder und man kann weiter drucken.

Ich bleibe bei meinem Fazit von gestern: Für folgende Anwendungen sind die Peach-Patronen gut geeignet:

Ausdruck von Internetseiten, Briefen und Fotos.

Weniger gut geeignet sind Peach Patronen für farbige Grafiken bei denen schwarze Linien auf farbigen Untergründen stehen. Auch die schlechte Zuverlässigkeit der Chiperkennung verbietet einen professionellen Einsatz dieser Patronen.

Testergebnis Peach versus HP für den Photosmart B010A (korrigiert nach dem Reichweitentest)

Merkmal Peach H364XL TONERDUMPING Refillpatronen HP-Original Nr.364 Gewichtung
Druckqualität Textdruck auf Normalpapier 70 % 80 % 70 % 20 %
Druckqualität Grafikdruck auf Normalpapier 60 % 65 % 80 % 10 %
Druckqualität Fotodruck auf Fotopapier 80 % 80 % 85 % 10 %
Wischfestigkeit/ Wasserfestigkeit 30 % 30 % 70 % 10 %
Handhabung 30 % 80 % 100 % 15 %
Preiswertes Drucken 60 % 80 % 40 % 35 %
Gesamtwertung 56,5 %
Mangelhaft
70,5 %
Gut
68,50 %
Befriedigend
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5 Responses to Tintentest: HP Photosmart B010a mit Peach-Patronen

  1. Rudi says:

    Kann man die Chips der Originalpatronen aus dem Lieferumfang nicht wiedervewenden? In dem Screenshot steht was von HP364 SETUP Patrone!
    Was Peach angeht, nicht nur Freitags nicht kaufen, vor allem nicht im Versandhandel kaufen!
    Wenn Ihr schon dabei seit, testet doch auch mal die InkTec – Refillsets für 364.

  2. Pingback: Tintentest: HP Photosmart B010a mit Peach-Patronen – Druckertester.de | treiberupdate – treiber drivers

  3. admin says:

    Den Inktec-Test werden wir in den nächsten Tagen nachholen. Danke für die gute Idee!

  4. Wirch says:

    Guten Tag,

    HP hat 300 Seiten geschrieben. Wie viele Seiten hat Peach geschreiben. Sollten ja im mehr seiten sein — dazu kommt das keine Info “Tinte austauschen” kommt und so jeder die gesamte Tinte ausnutzen kann

    Danke für info

  5. admin says:

    ich hatte für heute einen Seitenreichweitentest der Peachpatronen geplant. Ich musste den leider abbrechen, da der Druckkopf bei der heutigen Hitze sehr streifig druckt und mehrmaliges Düsenreinigen hat nicht geholfen. Gestern hatte ich HP 364 Refillpatronen getestet und kam auf eine Seitenleistung von 670 bis 850 Seiten. Schwarz druckte sogar 1050 Seiten. Die ml-Angabe der Refillpatronen war etwas niedriger als bei Peach. Die Peachpatronen waren allerdings sogar etwas überfüllt. Bei jeder Patrone kam mir jede Menge Tinte entgegen – meine Finger sehen entsprechend farbenfroh aus. Ein Seitenreichweitentest kommt noch… Ich werde auch noch einen Test zu den Inktec-Refillsets machen.

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