Leergutmarkt bei HP Druckerpatronen bricht ein
Die Verfügbarkeit von leergedruckten HP-Druckerpatronen wird von Woche zu Woche schlechter. Eine mögliche Ursache: HP kauft vermutlich bei sogenannten Leergut-Brokern die Lager leer, um Herstellern wiederbefüllter Druckerpatrone die Existenzgrundlage zu nehmen. HP hat seine Tintenpatronen so gut mit Patenten geschützt, dass ein Nachbau unmöglich ist. Daher sind Fremdanbieter auf leergedruckte HP-Patronen angewiesen, damit sie diese reinigen und befüllen können.
Doch es trifft nicht alle Alternativhersteller gleich hart. Am schlimmsten trifft es die chinesischen Hersteller, bei denen der Kostenanteil des Leerguts überproportional hoch ist - schließlich sind die Lohnkosten in China bekanntlich deutlich niedriger als in den USA oder in Europa. Mit den gestiegenen Leergutpreisen schmilzt der Preisunterschied zu Refillpatronen made in Germany immer mehr. Laut dem chinesischen Hersteller Ninestar, kooperiert HP mit der chinesischen Regierung. Diese hat eine Importbeschränkung auf Druckerpatronen-Leergut verhängt, was zu einer weiteren Verknappung des Angebots geführt hat.
Kleinere Recyclinghersteller wie “Geld für Müll/ Highlife” haben ebenfalls große Probleme ausreichend an Leergut zu kommen. Sie kaufen meist bei den sogenannten Brokern, die im Moment die Preise in die Höhe treiben. Highlife kann zumindest mit dem Argument aufwarten, dass sämtliche Patronen mit erneuerten Tintenschwamm, mit HP-ähnlicher pigmentierter Tinte und mit einer bestmöglichen Füllmenge ausgestattet sind.
Größere Fremdanbieter - wie z.B. KMP - verfügen über ein eigenes Leergut-Sammelprogramm, das bei KMP sehr erfolgreich ist. Der Trick: In jeder KMP-HP-Patronenschachtel befindet sich eine Plastiktüte, die als frei gemachter Briefumschlag für leergedruckte Tintenpatronen verwendet werden kann.
Am intelligentesten geht die Firma 3T-Supplies aus der Schweiz mit der derzeitigen Leergutkrise um. Mit dem hauseigenen Snap’n'Print-System umgeht der Hersteller der Marke “Peach” und “AgfaPhoto” das Leergutproblem. Allerdings wird für die Produktion der Druckköpfe neben neuem Original-Material aus Kostengründen auch leergedruckte HP-Patronen verwendet. So kommt es derzeit vor allem bei Farbdruckköpfen zu Lieferschwierigkeiten.
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