Seit fast einem Jahr erhöhen die Druckerhersteller wie Lexmark, Canon, Brother, Epson, HP, OKI, Kyocera und viele andere ihre Preise für Druckerpatronen und Tonerkartuschen. Und das in Zeiten der weltweiten Wirtschaftskrise. Wie ist so etwas möglich? Wird in Krisenzeiten nicht weniger gedruckt? Steigen in Krisenzeiten nicht Firmen auf billigere Alternativware um? Scheinbar nicht oder nur kaum. Beispiel Canon: Canon entwickelt neuartige Druckerpatronen, die nicht mehr können als ihre vorherigen – aber einen Chip besitzen mit dem der Nachbau erschwert wird. Die Chips der aktuellen HP 364-Patronenserie ist – laut dem Fremdanbieter Peach – fast nicht zu entschlüsseln. Was bleibt dem Besitzer des HP Officejets? Er muss zum Monopolisten HP und dort eine Preiserhöhung nach der anderen hinnehmen. Auf der anderen Seite vermuten viele Tintenbefüller, dass HP im großen Stil bei Leergutbrokern sämtliches HP-Leergut aufkauft, um es anschließend zu vernichten.
Fast nicht mehr lieferbar oder nur zu horrenden Preisen – sind die leergedruckten HP 22 Tintenpatronen. Ein Mitarbeiter der Firma MSE hat uns verraten, dass man bis zu 8 US-Dollar für eine leergedruckte Patrone bezahlt. Das ist gerade einmal die Hälfte vom Ladenpreis einer vollen HP-Original-Patrone. Die einzige Möglichkeit noch mithalten zu können ist die Patrone einfach rand voll – und nicht wie HP nur zu 25 % zu befüllen. So kann man diese Patrone zumindest noch über das Argument der 4fachen Kapazität verkaufen.
HP-Patronen ließen sich auch sehr einfach nachbauen. Uralt-Patente verhindern das – zumindest in Deutschland. Hier hat sollten die Wettbewerbshüter der EU endlich einmal wach gerüttelt werden. Das scheint die Lobbyarbeit der Druckerkonzerne aber stärker zu sein der Wille sich für den Verbraucher und einen fairen Markt einzusetzen.