Die meistverkauften Drucker der letzten beiden Jahre Europas sind der Canon Pixma IP4200, IP4300 und Canon Pixma IP4500. Für diese Drucker gab es lange Zeit keine Alternative. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten auch alternativ für frische Tinte zu sorgen. Hier ein Überblick:
Selbst nachfüllen
Die erste “Lösung” die für die CLI-8 und PGI-5 Patronen neben dem Original angeboten wurde sind Nachfüllsets. Hier sollte man darauf achten, dass die Tinte wirklich für diese Canon-Patronen abgestimmt sind. Mit Universaltinte erzielt man deutliche Farbabweichungen – vor allem im Magenta-Bereich. Das Nachfüllen selbst ist unkompliziert. Leider akzeptiert der Canon Drucker nachgefüllte Patronen erst, nachdem man die Tintenfüllstandsanzeige deaktiviert hat. Wir empfehlen die Tinte von KMP.
Nachfüllen und Chip resetten
Dank des “Redsetters” von Sudhaus kann jeder seinen Chip selbst resetten. Damit kann man die Patrone auch ohne Deaktivierung der Tintenfüllstandsanzeige weiterverwenden. Der Canon-Drucker verwendet für die Tintenfüllstandsanzeige neben der Information, die auf dem Chip gespeichert wird, auch eine optische Tintenstandskontrolle. Beim selber Nachfüllen und Resetten, funktioniert die Füllstandsanzeige genauso gut wie beim Original. Zudem ist diese Varriante die mit der größten Kosteneinsparung. Der Resetter kostet ca. 20 Euro und kann einige Male verwendet werden, sogar die Batterie kann erneuert werden. Das Refillset von KMP (5 x 30 ml) kostet bei Tonerdumping nur 14,99 Euro.
Kompatible Patronen ohne Chip
Sehr bald haben chinesische Patronenhersteller, aber auch europäische Firmen wie KMP oder Jettec, Patronen entwickelt auf denen der Chip vom Original abgemacht werden muss und auf die kompatible Patronen gesetzt werden muss. Mit Hilfe des Chipresetters wäre hier auch eine Füllstandsanzeige möglich. Allerdings wird dann die optische Tintenfüllstandsanzeige nicht verwendet. Das hat zur Folge, dass diese Anzeige ungenau ist. Manche Hersteller machen dann einfach mehr Tinte rein um sicher zu gehen, dass der Druckkopf keinen Schaden nimmt, mit dem Effekt, dass dann Tinte übrig bleibt, wenn der Drucker meint, die Patrone sei leer. Kompatible Patronen mit optischer Füllstandsmessung dürfen nicht verkauft werden, da Canon die optische Tintenmessung patentiert hat.
Armor-Adapter
Ein Adapter (auch Tuningkit genannt) ersetzt die Chipfunktion von Canon. Auch hier wird die Füllstandsanzeige des Canon-Chips ersetzt. Vorteile: Die Druckqualität der Armor-Patronen sind sehr nahe am Original (siehe Stifung Warentest Ausgabe August 2008) und dafür aber deutlich billiger als das Original. Nachteile: Es können nur Armor-Patronen in Verbindung mit dem Adapter verwendet werden. Auch hier funktioniert die optische Tintenstandskontrolle nicht. Das hat zur Folge, dass eine kleine Lacke Tinte übrig bleibt, wenn der Drucker die Patrone als leer anzeigt. Dafür ist deutlich mehr Tinte, als im Original, der Drucker druckt also etwa gleich viel.
Wiederbefüllte Druckerpatronen mit zurück gesetztem Chip
Fast schon ideal: Man kauft eine wiederbefüllte Originalpatrone mit resettetem Chip. Die optische Füllstandsanzeige funktioniert ohne dass man sich selbst die Finger dreckig macht. Leider ist das Einsparpotential nicht sehr groß, so erhält man wiederbefüllte, resettete Patronen für ca 30 bis 40 Prozent billiger als beim Original. Diese Patronen bietet Highlife, Emstar und Inktec an.
Nachgebaute Druckerpatronen mit kompatiblem Chip
Die ersten beiden Anbieter von nachgebauten Druckerpatronen mit kompatiblem Chip waren Pelikan und Ninestar (G&G). Der Nachteil bei diesen Patronen ist, dass die optische Füllstandsmessung nicht funktioniert. Bei Ninestar-Patronen ist sogar etwas weniger Tinte als im Original. Dadurch ist die Druckmenge ca 5 bis 10 Prozent weniger, dafür ist der Preis bei Ninestar aber auch um 50 bis 60 Prozent billiger als beim Original. Bei Pelikan liegt der Preisvorteil nur bei ca. 20 bis 30 Prozent. Mittlerweile bieten auch Geha, Peach, Jettec, Armor und KMP Druckerpatronen mit kompatiblen Chip an. Alle haben eine vergleichbare Qualität die sich nur wenig vom Original unterscheidet. Der einzige Unterschied ist die ungenaue Tintenanzeige und der Preis, wobei G&G-Patronen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis haben.
Fazit: Wer bereits einen Armor-Adapter hat, sollte bei Armor bleiben. Wer gerne selber nachfüllt, sollte ausschließlich Originalpatronen befüllen und einen Chipresetter verwenden. Für wen Druckqualität und Zuverlässigkeit ganz oben auf der Prioritätenliste steht und der Preis keine Rolle spielt, sollte zu Original greifen. Wer auf eine einfache Handhabung nicht verzichten möchte, aber deutlich sparen will, der ist mit kompatiblen oder wiederbefüllten Patronen gut beraten.
Habe ein Armor-Kit gekauft. Möchte diese Patronen resetten nach dem wieder befüllen, finde leider aber keinen Resetter dafür. Können Sie mir eventuell dabei behilflich sein einen zu finden? Die Armor Patronen sind leicht zu befüllen, leider habe ich dieses schon bei halb leerer Patrone getan, und nun ist kein Druck mit ihr möglich, weil der Drucker anzeigt, dass die Patrone leer ist.
Mit freundlichen Grüßen
Spada Marco
Zum Wiederbefüllen sind Armor-Patronen nicht geeignet. Am besten Originale wiederbefüllen. Nur diese lassen sich mit dem “Redsetter” resetten.
Guten Tag,
es wurden ja die kompatiblen nachgebauten Patronen mit Chip von Stiftung Warentest Oktober 2008 getestet. G & G kann ich da nicht finden. Woher stammt die Info, das G & G das beste Preis- Leistungsverhältnis haben?
Vielen Dank für Feedback.
Schöne Grüße
Miriam
Zu den Reaktionen:
1. Armor-Patronen resetten – einen Resetter gibt’s nicht – wozu auch? Man kann dann ja gleich die Original-Patronen nehmen.
2. Das Refillen der Armor-Patronen – auch wiederholt – ist problemlos möglich. Allerdings funktioniert dann die Tintenstandsanzeige nicht, was ein Problem sein könnte wg. –> Punkt 1
@Miriam: Nicht nur Stiftung Warentest kann Druckerpatronen testen. Ich habe selber einen Canon Pixma MP830 und habe lange Zeit die Armor-Patronen verwendet – ohne Probleme. Dann habe ich zu G&G gewechselt – ebenfalls ohne Beanstandungen. Der Drucker druckt seit 2 Jahren einwandfrei und meine Frau hat sicher schon einige hundert Fotos damit gedruckt. Zudem arbeite ich hin und wieder in einem Tonerdumping-Laden und höre mir die Feedbacks unserer Kunden an. Bei Armor-Patronen gibt es nach einer gewissen Zeit Verstopfungen im Druckkopf – aber nur wenn wirklich einige Wochen nicht gedruckt wurde. Das liegt an der starken Pigmentierung. Am wenigsten scheinen die Jettec-Patronen pigmentiert zu sein. Dafür sind Jettec-Druckerpatronen nicht ideal für Texte und Grafiken, da die Tinte leicht ausfranst – dafür hält der Druckkopf länger.