Keine Spontankopie bei HP-Geräten wegen Urheberrechtsabgaben der VG-Wort

HP will seine Multifunktionsgeräte so verändern, dass sie nur noch mit angeschlossenem PC kopieren können. Genau genommen ist das Multifunktionsgerät dann kein Kopierer mehr, sondern ein Scanner und ein Drucker. Für Scanner ist die Abgabe an die VG-Wort billiger als für Kopiergeräte. Betroffen sind Geräte die weniger als 200 Euro kosten. Laut HP fordern die Rechtevertreter für ein Multifunktionsgerät, das 80 Euro kostet, eine Urheberrechtsabgabe von 102 Euro. Inklusive MWSt. kostet das Gerät dann ca. 200 Euro.

Die hohen Forderungen der Verwertungsgesellschaft (VG) Wort, die beispielsweise auch Ipods und Festplatten betreffen, haben den Hersteller bewogen, zu einem technischen Trick zu greifen. Die Überlegung dahinter: wenn das Kopieren nur noch im Zusammenspiel mit dem PC möglich ist, dann können die Geräte im Sinne der Urheberrechtsabgabe nicht mehr als »Kopierer« eingestuft werden. Das bringt erhebliche finanzielle Vorteile: laut HP forderte der Rechteverwerter für ein All-in-One-Modell, das heute für 80 Euro über die Ladentheke geht, 102 Euro Urheberrechtsabgabe, die sich am Satz von Kopierern bemisst. Zusammen mit der Mehrwertsteuer, die darauf noch fällig wird, würde der Verkaufspreis damit auf 200 Euro steigen. Dank »PC-Copy« sei das Gerät nur noch als Drucker und Scanner einzustufen, was deutlich geringere Abgabensätze nach sich zieht.

HP-Sprecherin Regine Stachelhaus meint gegenüber it-business.de: “Die hohen Abgabenforderungen sind nicht fair, weder gegenüber den Kunden, noch gegenüber dem Fachhandel. Die Kunden werden die veränderte Funktionalität nicht als Einschränkung empfinden, da sie es gewohnt sind, Multifunktionsgeräte bei eingeschaltetem PC zu verwenden.”

Druckerchannel.de hat Brother, Canon, Epson und Lexmark befragt, ob deren Multifunktionsgeräte ebenfalls mit abgespeckter Kopierfunktion ausgestattet werden. Brother, Canon und Epson lehnten das ab. Man wolle auch für billige Multifunktionsgeräte die Spontankopie ohne PC anbieten. Nur Lexmark will für die unterste Geräteklasse (All-In-Ones) für ca. 60 Euro auf PC-Copy setzen.

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