Unser Tag bei der Paperworld 2008…

Ein richtiges Feuerwerk an neuen Produkten gab es beim österreichischen Tinten- und Tonerproduzenten Emstar. Zum einen füllt Emstar jetzt fast alles nach. Selbst Epson- und Canon-Druckerpatronen. So kann Emstar die CLI-8 und PGI-5 Druckerpatronen von Canon resetten und wiederbefüllen, sodass sie genauso zu verwenden sind, wie Originalpatronen. Preislich werden diese dann ca. 30 Prozent unter dem Original liegen. In wenigen Wochen wird man dies auch in größeren Stückzahlen können, derzeit gibt es noch zu wenig Leergut. Der Berliner Ladenkette toner-dumping.de sammelt bereits leere CLI-8 und PGI-5-Druckerpatronen in ihren Läden und vergütet diese mit 50 Cent (nur originale von Canon).

Herr Odebrecht von Emstar wies uns darauf hin, dass Emstar peinlichst genau darauf achtet, dass ausschließlich patentfreie Ware – also nur Virgin-Leergut – wiederbefüllt wird, da ja bereits das Nachfüllen von gefälschten Patronen eine Patentrechtsverletzung ist. Im Epson-Bereich wird das Patent durch ein sogenanntes Clip-System umgangen. Eine Lösung, die wir auch auf dem chinesischen Stand von Orink und Ninestar sehen konnten – also wahrscheinlich ursprünglich eine Idee aus Fernost.

Am Vorbeigehen beim Armorstand konnte man keine neuen Produkte erkennen. Ausgestellt wurde alt bekanntes. Alleine aber an der Verdoppelung der Standgröße (von Paperworld 2007 zu 2008) merkt man, dass das Armor-Tuningkit der französichen Firma ein gutes Geschäftsjahr 2007 beschehrt hat.

Emstar ist auch der einzige Wiederbefüller, der in seiner Neuheitenliste die HP Nr. 350 und Nr. 351 anbietet (sowohl in der Standard- als auch in der XL-Befüllung). Neu ist auch die HP Nr. 336, die Emstar mit 4facher Füllmenge anpreist (20 statt 5ml).

Spannend für den Tonerbereich: wiederbefüllte Toner für den Samsung CLP-300. Ebenfalls auch bei Ninestar (chinesische Firma mit Sitz in Holland) verfügbar. Bei Emstar kamen auch Rebuilttoner für den OKI C5600, C5700, C5800, C5900 dazu.

Auch beim tschechischen Toner- und Tintenhersteller KMP (Know how in modern printing) gab es Neues. Einige Toner für Farblaserdrucker sind mit in der neuen Preisliste, allerdings noch sehr knapp unter dem Originalpreis. Neu sind auch kompatible HP 363 Patronen, die allerdings etwa die gleiche Füllmenge wie das Original haben und nur ca. 1 Euro billiger sind. Das Armor-Tuningkit wird nun auch in einer KMP-Aufmachung verkauft. Allerdings kostet es ca. 6 Euro mehr als bei Armor. KMP war aber stolz auf die bereits erlangt Bekanntheit des Markennamens und begründete so diesen Preisunterschied. So sei man nach Pelikan und Geha auf Platz drei. Eine ganz nette Idee ist, dass es zu manchen XXL-Rebuilttonern auch noch eine XXL-Tafel Rittersport (250g) geschenkt gibt. Eine süße Idee. Der Stand von KMP war diesmal einer der größten in der Frankfurter Messehalle. Die bereits erwähnten Alternativ-Marken Pelikan-Hardcopy und Geha konnten wir im übrigen nicht finden.

Jettec klagt über Leergutmangel bei ihren wiederbefüllten Canon PG-40 und CL-41 Druckerpatronen. Zudem ärgert sich Jettec über HP, dass die HP Nr. 22 geändert wurde, was zu dem Effekt führte, dass eine Leergutcharge nur defekte Jettec-Patronen lieferte. Die Farbpatrone druckte 20 Seiten und dann fehlte der Kontakt vom Schwamm zum Druckkopf. Mittlerweile ist der Fehler behoben, lieferfähig sei man aber derzeit nur bei der wiederbefüllten HP Nr. 21. Ganz stolz ist Jettec auf die überarbeitete Internetseite, die nun ein deutsches Abbild der englischen Seite ist und auch wirklich informativer geworden ist. In Kürze (erfahrungsgemäß in 1 bis 2 Monaten) gibt es auch Ersatz für die HP 363, HP 11 und HP 10. Jettec hat zudem auch die E111-Druckerpatronen ein weiteres Mal überarbeitet, damit diese auch mit dem Epson D120 zusammenpasst. Kompatibel war diese bereits, aber die alte Version führte zu Streifenbildung, da die Tinte nicht mit der hohen Druckgeschwindigkeit nachkam. Die Tinte wurde nun verbessert und druckt nun auch einwandfrei mit dem Epson Stylus D120. Vorerst ist die schwarze Patrone erhältlich, die bunten und das Multipack sind noch in der Produktion. Man kann diese neue Patronencharge an Hand des Chips unterscheiden. So steht auf dem neuen Chip die Nummer “45″. Etwas kompliziert ist auch das Extralife-Verhalten bei diesen Druckern. So hängt es vom Druckertyp ab, um wieviel mehr die Jettec-Druckerpatrone als das Original drucken kann. Bei manchen sind es 20, bei manchen 30 Prozent mehr. Jettec wird uns eine Liste zusenden und druckertester.de wird diese hier dann veröffentlichen.

Was gibt es bei den original-Druckerpatronen-Herstellern? Brother bietet seine LC-970 jetzt auch im Multipack mit ein bisschen Fotopapier an. Canon hat einige neue Drucker herausgebracht (wir haben bereits darüber berichtet). Bei Epson gab es keine wichtigen Neuheiten. HP ist ganz stolz auf sein nicht mehr ganz so neues Farbkonzept (blaue Schachtel = wenig Tinte, grüne Schachtel = viel Tinte, rote Schachtel = Fototinte). Wenig spannend auch der Lexmark-Stand. Hier gab es Drucker, die kabellos Drucken (gähn).

Wir hatten am Samstag lange Gespräche an wenigen Ständen und konnten daher nicht alle Hersteller besuchen. Sollte also ein Druckerhersteller oder Druckerpatronenhersteller weitere Messehighlights haben, dann immer her damit (in der Kommentarfunktion) – wir berichten dann natürlich auch ausführlich.

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