Teil 1: Nach Spielekonsole, iPod oder einem neuen Handy, ist wohl der Canon Pixma IP4500 eines der häufigsten Geschenke gewesen. Schließlich ist er ein preiswerter und äußerst leistungsstarker Tintenstrahldrucker. Mit keinem anderen Gerät in seiner Preisklasse sind Fotos in dieser Brillianz und Geschwindigkeit möglich. Und die Gretchenfrage bei druckertester.de ist und bleibt: Wie sieht es mit den Druckkosten aus? Hier hat Armor die derzeit beste Lösung. Das Problem: Der Canon-Drucker akzeptiert ausschließlich Original-Druckerpatronen oder solche, die zumindest den Chip von Original-Druckerpatronen haben. Dieser muss bei herkömmlichen kompatiblen Druckerpatronen abgelöst und dann auf die kompatible volle Patrone geklebt werden. Besser war es dann schon bei Jettec oder KMP, wo der Chip nicht mehr geklebt, sondern in die Patrone geschoben wird. Doch bei allen diesen Lösungen funktionierte das Drucken nur dann, wenn man nach vielen Fehlermeldungen dem Drucker beigebracht hat, dass man auch ohne Tintenfüllanzeige auskommen möchte. Denn nur dann erklärt sich der verwöhnte Pixma IP4500 mit dem Drucken fortzufahren.
Kurz vor Weihnachten hat die französische Firma Armor einen Adapter auf den Markt gebracht, der nun auch mit dem neuen Canon Pixma IP4500 funktioniert.
Erster Schritt nach dem Auspacken des Geräts ist der Einbau des Canon-Druckkopfs. Dazu muss ein Hebel im Drucker angehoben werden – dann Druckkopf eingesetzt – Hebel runter. Der Druckkopf sitzt. Was beim Einbau des Adapters auffällt ist, dass er etwas leichter einzusetzen ist. Er flutscht gerade zu in das Gerät. 2 mal macht es dann klick und drin ist er. Jetzt müssen nur noch die Armor Druckerpatronen eingesetzt werden. Hin und wieder gab es vereinzelt Probleme, dass manche Patronen nicht richtig eingesetzt waren. Bei toner-dumping wurden bisher ca. 1200 Armor-Kits verkauft und bei ca. 15 Kunden wurden Armor-Patronen nicht erkannt. Manchmal war der Adapter defekt, manchmal lag es an einer Patrone. Chips sind eben empfindlich und sollten sowohl an den Patronen sowohl auch am Adapter besser nicht berührt werden.
In der Praxis macht sich dann ein Unterschied zu den Originalpatronen nicht bemerkbar. Alles klappt genau so schnell. Die Druckqualität ist einwandfrei. Was allerdings auffällt ist, dass die Armor Druckerpatronen deutlich mehr Tinte als Canon-Originalpatronen haben, das aber keine Auswirkung auf die gedruckte Seitenzahl hat. Meint der Drucker also, dass die Druckerpatrone leer ist, so ist weiterhin ein deutlicher Tintenrest in der Druckerpatrone zu sehen. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass Armor von häufigeren Druckkopf-Reinigungen ausgeht, als bei Canon-Druckerpatronen, und deshalb etwas mehr Spielraum bei der Tintenmenge einplant. Diese häufigen Reinigungen fallen aber nur beim Wechsel von einer anderen Marke auf. Die Tinte reagiert also auf Fremdtinte und erst nach gründlicher Betätigung der Intensivreinigung druckt das Gerät wieder perfekt. Sprich: beim ersten Wechsel von Original auf Armor ist eine oder zwei Intensivreinigungen notwendig und die Armor-Patronen sind nach genau so vielen Ausdrucken, wie beim Original leer. Danach wird kaum noch gereinigt, dafür sind die Armor-Druckerpatronen nicht vollständig leer, wenn der Drucker meint, sie müssten leer sein.
Rein theoretisch könnte man mit dem Abschalten der Tintenfüllstandsanzeige auch noch die restliche Tinte leer drucken – aber das Armor-Kit wurde ja genaus aus diesem Grund eingebaut, um dies nicht tun zu müssen. Fazit: Mit Armor druckt man genau so viel wie mit Original-Druckerpatronen, beim Wechsel der Patronen ist es aber irgendwie doof, dass in den Tintentanks noch Tinte ist, die man dann wegwerfen muss.
Canon schreibt auf seiner Website zum Canon Pixma IP4500: “Dieser Premium Foto- und Dokumentdrucker bietet Besitzer einer Digitalkamera zusätzliche Funktionen und Qualität zu einem unschlagbaren Preis. Drucken Sie, was Sie möchten und wie Sie möchten – mit hoher Geschwindigkeit und außergewöhnlichen Ergebnissen.” Ja und recht haben sie. Was Canon nicht schreibt, ist dass das genauso aber zu halben Druckkosten mit der Armor-Lösung klappt.
Je nach Farbe oder je nach Foto lassen sich mit einem kompletten Tintensatz ca. 300 bis 450 Fotos drucken. Bei der Messung, die hier vorgenommen wurde, wurden alle Fotos hintereinander weg gedruckt. In der Praxis druckt man immer nur ein paar Fotos, danach wird das Gerät ausgeschalten, Drucker eingeschalten. Der Tintenverbrauch bei Druckkopfreinigung beim Einschalten des Gerätes wird also nicht berücksichtigt. Ein Foto kostet daher (10 x 15 cm) bei Armor zwischen 5,8 und 8,7 Cent (5,99 Euro Textschwarz, alle anderen 4,99 Euro bei toner-dumping.de). Beim Original kommt man auf ca. 13,5 bis 20,3 Cent pro Foto. Eine Ersparnis von ca. zwei Dritteln der Druckkosten!
9600 x 2400 dpi Druckauflösung beim Fotodruck. Randlose Fotos im Format 10 x 15 cm spuckt der IP4500 in 21 Sekunden aus (wohl bemerkt im Standardmodus, in der Premium-Auflösung dauert es ca. doppelt so lange). Im Entwurfsmodus schafft der Pixma 31 schwarz-weiß-Seiten oder 24 Farbseiten pro Minute. Wie schon bei einigen Vorgängern – aber bei den wenigsten Druckern anderer Marken – druckt der Pixma IP4500 auch direkt auf speziell beschichtete CDs. Das sieht klasse aus, diese CDs (oder DVDs) kosten allerdings auch deutlich mehr. Wer aber schon einmal auf CD-Labels gedruckt hat und dann versucht hat diese mittig auf die CD zu kleben, weiß welchen Vorteil der Direktdruck bringt. Das Gerät druckt von PC oder der Digitalkamera (direct-bridge). Was kaum ein Drucker in dieser Preisklasse kann: Doppelseitiger Druck (oder Duplexdruck wie es im Druckerlatein heißt). Besonders bei Entwürfen spart das 50 % Papier (die Bäume werden es Ihnen danken). 2 getrennte Papierzuführungen machen ständiges Papierwechseln nicht mehr notwendig. In der Praxis druckt man eben Fotos und Texte und muss dann nicht ständig herum hantieren – praktisch.
Eine Besonderheit dieses Druckers sind die 2 verschiedenen Schwarzpatronen. Die PGI-5 bk (pigmented Ink, also pigmentierte Tinte) ist für den schnell trocknenden und wischfesten Textdruck zuständig und ist daher auch fast doppelt so breit wie alle anderen Druckerpatronen. Die CLI-8 (chroma-life-ink) sind für den Fotodruck zuständig. Tinte die auf Wasser basiert und nur in Verbindung mit Fotopapier wischfest ist – aber nicht auf Normalpapier. Bei Markenpatronen verhält es sich übrigens ähnlich. Patronen von Armor, Jettec, Inktec, KMP und anderen Anbietern sind ebenfalls ähnlich aufgebaut.
So das war Teil 1. Bitte senden Sie uns auch Ihre Erfahrungen mit Ihrem Canon Pixma IP4500 – gerne auch mit anderen Drucklösungen wie Billig-Tintenpatronen aus China oder dem CIS (continue-ink-system). Nutzen Sie daz das Kommentarfeld – wir bauen das dann in diesem Test ein.
Fragen die noch zu beantworten wären: Trocknet der Druckkopf mit Armor-Druckerpatronen schneller ein, als mit Originalpatronen? Da dies bisher noch nicht eingetroffen ist (soweit ich das weiß), können wir dazu noch keine Aussage treffen. Auch hier wäre ich für Hinweise dankbar.
Nachtrag 9.2.2009: In der Zwischenzeit haben wir Erfahrungen zum Armor-Kit. Leider ist es sehr reklamationsanfällig. Bei Tonerdumping wurden beispielsweise ca. 2000 Armor-Kits verkauft und ca. 50 davon reklamiert. Oft ist die Elektronik defekt, manchmal versagt die Elektronik erst nach ein paar Monaten. In 5 Fällen sind Druckköpfe eingetrocknet. Das kann an der pigmentierten Tinte von Armor liegen – aber nur dann, wenn der Drucker ein bis zwei Monate nicht verwendet wurde. Wer selten druckt, sollte farbstoffbasierende Tinte kaufen – wie die von Jettec. Diese verwischen zwar wenn man mit einem Textmarker rüberfährt, dafür halten die Druckköpfe deutlich länger. Seit einem Jahr sind auch Druckerpatronen von G&G-Ninestar erhältlich. Diese kostet 3,99, wenn man 2 komplette Sätze bestellt und haben ebenfalls einen kompatiblen Chip und funktionieren originalgetreu. Sowohl Ausdrucke, Handhabung und Lebensdauer sind mit dem Original identisch. Hier der Link zu dem 10er-Druckerpatronen-Set für den Canon Pixma IP4500.