Foto-Kompaktdrucker: Canon, Epson, oder HP?

Im Fernsehen beworben und trotzdem noch kaum verbreitet: Fotokompaktdrucker. Woran liegt das? Zu teuer in der Anschaffung? Zu teuer im Verbrauch? In der Kompaktklasse haben uns vor allem Canon bei der Druckqualität und Epson bei der Mobilität enttäuscht. Nur HP konnte uns überzeugen, vor allem wegen seiner günstigen Folgekosten von nur 19 Cent pro Foto.

Canon Selphy CP740 und CP750Canon Selphy 740 750

Seit Juni diesen Jahres gibt es die beiden derzeit aktuellsten Canon Kompaktdrucker. Neuere sind erst ab November geplant (Selphy CS2 und CS20). Der CP740 und CP750 sind Thermosublimationsdrucker. Sie verwenden eine Farbkassette mit eingebautem Fotopapier. Dieses überzieht das Foto zusätzlich zu drei Farbschichten auch noch mit einer UV-Schutz-Schicht. Farb-Haltbarkeit laut Hersteller: 100 Jahre (im Fotoalbum). Die maximale Auflösung beträgt 300 x 300 dpi bei 16,7 Millionen Farben (24 Bit). Am meisten genutzt werden sicher die Postkarten-großen Fotos (10 x 15 cm), die es als All-In-One-Kassette (Farbband inkl. Fotopapier) im 36er, 72er und 108er-Pack gibt. In Verbindung mit dem 108er-Pack (Canon KP-108IP) kostet ein Foto ca. 28 Cent. Canon bietet auch ein Panoramaformat (10 x 20 cm) und Fotos in Kreditkartengröße und als Sticker an (beide 8,6 x 5,4 cm). Wer möchte kann auch Mini-Sticker im Format 22 x 17,3 cm (8 Stück pro Blatt) erstellen. Für ein 10 x 15 cm-Foto benötigt der CP740 58 Sekunden. An die Kamera wird das Gerät per Pictbridge angeschlossen. Alle gängigen Speicherkarten können in das Lesegerät verwendet werden. Bluetooth ist leider nur optional erhältlich. Der LCD-Bildschirm ist mit 2 Zoll etwas klein. Der
Selphy CP750 bietet überdies eine komfortable Bildausschnittfunktion. Neu sind bei beiden Druckern die Rote-Augen-Korrektur und eine optimierte, Hauttonwiedergabe. Der Selphy CP750 hat fünf My-Colors-Modi für kreative Experimente. Ob schwarzweiß, sepia, neutral, kräftig oder Diafilm ā€“ beeindruckende Ergebnisse sind prichwörtlich vorprogrammiert.

Der Stromverbrauch im Standby ist mit 4 Watt recht hoch, im Druckbetrieb benötigt das Gerät 60 Watt. Optional kann das Gerät auch mit einem Akku betrieben werden. Ohne Farbkassette wiegen die Selphys je knapp unter einem Kilo und sind sehr kompakt: 18 x 13 x 6 cm. Passt also in eine Handtasche. Preis des CP740: ca 100 Euro, der CP750 kostet ca. 170 Euro.

Testergebnis Canon Selphy CP740:
Druckgeschwindigkeit: 5 von 10
Mobilität: 18 von 20 (kleiner geht’s nicht!, hoher Standby-Verbrauch)
Druckqualität Foto: 12 von 20
Zubehör, sonstige Fähigkeiten: 5 von 10
(viele Mediengrößen, Pictbridge, Speicherkarten, USB-für PC, Bluetooth nur optional, kein irDa, kleines Display)
Folgekosten: 15 von 30 (28 Cent pro Foto)
Preis/Leistung: 7 von 10
Gesamtnote: 62 Punkte (befriedigend)

Testergebnis Canon Selphy CP750:
Druckgeschwindigkeit: 5 von 10
Mobilität: 18 von 20 (kleiner geht’s nicht!, hoher Standby-Verbrauch)
Druckqualität Foto: 14 von 20
Zubehör, sonstige Fähigkeiten: 7 von 10
(viele Mediengrößen, Pictbridge, Speicherkarten, USB-für PC, Bluetooth nur optional, kein irDa, 2,4-Zoll-Display, einige Effekte möglich)
Folgekosten: 15 von 30 (28 Cent pro Foto)
Preis/Leistung: 5 von 10
Gesamtnote: 63 Punkte (befriedigend)

Epson Picturemate PM260Epson Picturemate PM260

Etwas konservativer versucht es Epson mit der bewährten 4-Farb-Tintenstrahl-Technik. Dank 2 Picoliter kleinen Tröpfchen sind deutlich bessere Fotos als bei Canon Selphy möglich. Die Auflösung beträgt 5760 x 1440 dpi. Epson übertrifft Canon auch in der Druckgeschwindigkeit: Für ein 10 x 15 cm Foto braucht der Picturemate PM240 nur 37 Sekunden. Das Farbdisplay misst 9,1 Zoll. Alle gängigen Speicherkarten können über das eingebaute Lesegerät verwendet werden. Ein direkter Kamera-Anschluss ist ebenfalls vorhanden (Pictbridge), Bluetooth ist leider nur optional erhältlich. Der PM260 kann auch ganz normal über USB an den PC angeschlossen werden. Bei den Papierformaten ist Epson etwas sparsamer als Canon. Man kann lediglich 10 x 15 und 16:9 Panorama-Fotos drucken. Kleinere Spielereien wie Rahmen, Grußkarten oder Cliparts einfügen sind möglich. Mit den Abmessungen von 22 x 15 x 14 cm ist das Gerät etwas zu klobig, es passt gerade mal in einen Rucksack, für die Handtasche ist er eindeutig zu groß. In Betrieb erweitert sich sein Platzbedarf auf 22 x 34 x 26 cm. Mit 2,5 kg ist der Epson auch deutlich schwerer als die Canon-Geräte. Die Druckkosten liegen beim 50er Picturepack (Fotopapier inkl. Druckerpatrone) bei 36 Cent. Das 150er Picturepack ist leider derzeit nicht lieferbar, würde aber dann nur noch 27 Cent pro Foto kosten. Der Preis von 149 Euro geht in Ordnung. Er druckt zwar etwas schöner als Canon, Abstriche gibt es aber wegen seines Gewichts und seiner Größe.

Testergebnis Epson Picturemate PM260:
Druckgeschwindigkeit: 8 von 10
Mobilität: 8 von 20 (sehr klobig für einen Kompaktdrucker)
Druckqualität Foto: 18 von 20
Zubehör, sonstige Fähigkeiten: 8 von 10
(wenig Mediengrößen, Pictbridge, Speicherkarten, USB-für PC, Bluetooth nur optional, kein irDa, 9,1-Zoll-Display mit Zoomtaste, ein paar Effekte möglich)
Folgekosten: 15 von 30 (27 – 36 Cent pro Foto)
Preis/Leistung: 6 von 10HP Photosmart A320
Gesamtnote: 57 Punkte (ausreichend)

HP Photosmart A320

HP dringt mit seinem billigsten Fotokompaktdrucker Photosmart A320 in Schnäppchenregionen ein. Er soll 70 Euro kosten. Wer mer ausgeben will, kann zwischen einer Reihe anderer Kompaktdrucker aus dem Hause HP wählen.

Der Fotodruck basiert wie auch bei Epson auf Tintenstrahlbasis. Die Auflösung ist ein bisschen schlechter (4.800 x 1.200 dpi) aber immer noch für Fotos recht gut. Abhängig von der Art des Anschlussen benötigt der HP Photosmart A320 nur 45 Sekunden für ein 10 x 15 Foto. Optional kann das Gerät auch mit einem Akku betrieben werden. Da ist es von Vorteil, dass das Gerät nur 27 Watt im Betrieb verbraucht. Optional ist auch ein Bluetooth Wireless Printer Adapter. Auf ein Display hat HP verzichtet. Das Gerät wird entweder an die Digi-Kamera (über Pictbridge) oder an den PC angeschlossen. Speicherkarten kann der Drucker leider nicht lesen. Mit 1,25 kg ist der A320 leichter als die meisten Konkurrenten, und ist mit 23 x 12 x 12 cm recht kompakt und fast Handtaschen-tauglich.

Aufpassen sollte man beim Verbrauchsmaterial. HP bietet zum einen die HP Nr.110 Farbpatrone an. Diese reicht nur für 55 Fotos und kostet 17,99 Euro*. Dazu kommen noch die Kosten für 10×15 Fotopapier, man ist dann bald bei über 50 Cent pro Foto. Unser Tipp: Es gibt auch ein Fotobundle. Eine besser befüllte HP-Originalpatrone (3facher Inhalt) inklusive 150 Blatt Fotopapier für 25,99 Euro*. Das ergibt einen günstigen Fotopreis von ca. 17 Cent!(*Toner-dumping.de-Preise)

Testergebnis HP Photosmart A320:
Druckgeschwindigkeit: 7 von 10
Mobilität: 17 von 20 (kompakt, leicht, geringer Stromverbrauch, Akku nur optional)
Druckqualität Foto: 16 von 20
Zubehör, sonstige Fähigkeiten: 2 von 10
(kein Speicherkartenleser, kein Display, Pictbridge und PC-Anschluss vorhanden.)
Folgekosten: 25 von 30 (17 Cent pro Foto)
Preis/Leistung: 5 von 10
Gesamtnote: 72 Punkte (gut)HP Photosmart A610

HP Photosmart A610

Für ca. 130 Euro erhält man bei HP einen Fotokompaktdrucker, der kaum Wünsche offen lässt: 6,1 cm LCD-Farbdisplay, Fotodruck in nur 39 Sekunden (im schnellsten Druckmodus), randlose Bilder bis zum Format 13 x 18 cm, sofort trocknende wischfeste/wasserabweisende Ausdrucke auf HP Advanced Fotopapier, HP Photo-Fix-Taste, Speicherkarten-Steckplätze für alle gängigen Formate, PictBridge-kompatibel, hochklappbare Papierzuführung, optionaler Akku, optionaler Bluetooth Wireless-Adapter.

Maximale Auflösung ist wie beim A320 4.800 x 1.200 dpi. Die Verbrauchskosten sind wie beim A320 – dank des 150-Blatt-Fotopacks – günstig (17 Cent pro Foto). Auch Gewicht und Abmessungen sind mit dem A320 fast identisch.

Testergebnis HP Photosmart A610:
Druckgeschwindigkeit: 8 von 10
Mobilität: 17 von 20 (kompakt, leicht, geringer Stromverbrauch, Akku nur optional)
Druckqualität Foto: 16 von 20
Zubehör, sonstige Fähigkeiten: 8 von 10
(6,1 cm Display, Speicherkartenleser, Pictbridge und PC-Anschluss vorhanden.)
Folgekosten: 25 von 30 (17 Cent pro Foto)
Preis/Leistung: 8 von 10
Gesamtnote: 82 Punkte (gut)

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